Osternacht

Harsum, 21. April 2019

Osternacht

Osternacht in St. Andreas

In der Feuerschale auf dem Kirchhof lodert es bereits als die Gottesdienstbesucher in der Osternacht vor ihrer Kirche eintreffen. In der Kirche St. Andreas ist es dunkel und die Glocken schweigen noch als Pfarrerin Alexandra Beiße das Hoffnungslicht der Osterkerze in das Gotteshaus trägt. Ein Kreuz auf dem Boden wird von der Gemeinde geschmückt mit eben diesen Lichtern, als Zeichen für Abschied und Neubeginn. Das Ende der Passionszeit und die Feier der Auferstehung Jesu. Der erste weiße Sonntag zu Beginn des neuen Kirchenjahres. Wenn man so will der Neujahrstag der Christen und das Ende der bedrückenden Stille von Karfreitag. Treffen da zwei Gegensätze aufeinander? Ganz und gar nicht. Pfarrerin Beiße hat für ihre Predigt ein Kreuz mitgebracht, mit dem sie den untrennbaren Zusammenhang verdeutlicht: Alles hat zwei Seiten, sagt sie. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Jeder von uns kennt diese Sätze. Nur, was hat das Kreuz damit zu tun? Die schwarze, Trauer symbolisierende Seite des Kreuzes, begegnet uns oft. Vielleicht zu oft. Sie bedeutet dann Ende und Abschied. Wir müssen loslassen was wir lieben und vermissen. Selten nehmen wir uns in der Situation die Zeit, auch die andere Seite zu betrachten. Die helle und bunte Seite. Denn auch sie wird durch das Kreuz symbolisiert. Rot als Farbe der Liebe, grün als Zeichen der Mitte und der Hoffnung. Blau steht für Treue und Wahrheit. Gelb verbindet uns mit Licht und Sonne, es ist aber auch die Farbe der Erkenntnis. Das  violett steht für die Farbe es Geistes und der Spiritualität. Alle diese Farben begleiten uns im Leben und auch durch das Kirchenjahr. Aber verbinden wir sie auch mit Abschied? Vielleicht nicht auf den ersten Blick. Wenn wir die Farben jedoch auf uns wirken lassen finden wir sie wieder in liebevollen Erinnerungen, in unserer Hoffnung und in der Zuversicht die uns jeden Tag begleiten und stärken. Und in unserem Glauben, mit dem wir jeden Tag neu durch unser Leben gehen. Farben bringen Licht in jedes Dunkel und sie lassen uns fröhlich und lebendig sein.  Als weiteres Symbol des neuen Anfangs hatte jeder Gottesdienstbesucher und jede Gottesdienstbesucherin die Möglichkeit am Taufstein einen persönlichen Segen zu empfangen und so gestärkt in den Tag zu gehen.

Zum Ende des Gottesdienstes erklingt es laut „In mir ist Freude“ (EG 398) und die Klänge begleiten mich noch, als das Osterfrühstück im Gemeindehaus längst zu Ende ist.

Vielleicht nehmen Sie sich die Zeit einen Gottesdienst zu besuchen. Dann betrachten Sie doch einmal die Osterkerze für dieses neue Kirchenjahr.  Auch sie trägt alle Farben als Zeichen der Hoffnung und Zuversicht für alle Tage die  vor uns liegen.

(Birgit Wachsmann)