Frauensonntag 2019

09. September 2019

Frauensonntag 2019

Frauensonntag 2019

 Der Gottesdienst in Harsum wurde von den Frauen der ANDREAS gestaltet.

Als Thema hatten die Frauen die diesjährige Jahreslosung gewählt: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Der erste Impuls zu dieser Losung lässt mich an Großes denken: Frieden unter Völkern, unter Staaten, in der Welt. Kein Einzelfall. Denn so ging es auch den Andreas, als sie begannen sich mit ihrem Thema auseinander zu setzen. Und schnell kamen die Frauen zu der Erkenntnis, dass die Suche nach Frieden bereits viel kleiner, an der eigenen Haustür, beginnt. Sich im alltäglichen Geschehen seinen Äußerungen bewusster sein. Was ist richtig? Was ist falsch? Womit schade ich anderen oder auch mir selbst?  Die erste kleine Szene erinnert mich sofort an das Ohnsorg Theater Hamburg – Alltägliches wird gekonnt auf einer kleinen Bühne präsentiert. So auch in St. Andreas. Ein Dialog über Politik aus der Tageszeitung. Wieder haben die Herrschaften der politischen Mächte das eine oder andere nicht nach unseren Vorstellungen gestaltet. Weit weg von uns werden Entscheidungen getroffen, über deren Schlagzeilen wir uns dann wunderbar aufregen und bewerten, was aus unserer Sicht gut oder schlecht ist. Da fällt es oft gar nicht schwer, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Der zweite Akt der kleinen Bühne des Tages stellt dann eine Situation dar, die so gar nicht weit weg von uns ist: Ein Fest wird geplant und Zuständigkeiten sollen geklärt werden. Wer macht den Einkauf und die Salate, wer kümmert sich darum das alles läuft… Eine Situation die sicher die meisten von uns schon erlebt haben. Und spätestens wenn es darum geht, sich konkret zu beteiligen, ist der eigene Terminkalender schnell voll und wir schauen auf die anderen, die vermeintlich mehr Zeit zur Verfügung haben als wir selbst. Wir melden unsere Ansprüche an und erwarten gleichzeitig Verständnis, dass wir uns leider an den Aufgaben nicht beteiligen können. So säen wir, oft unbemerkt, Nährboden für Unmut. Gesagtes führt zu Verletzungen wenn wir unseren Standpunkt als nicht wertgeschätzt erleben. Andere meinen besser zu wissen, wie wir was zu tun haben und schon ist es vorbei mit gemeinsamen Ideen und friedlicher Zusammenarbeit. „Worte die gesagt wurden sind nicht leicht wieder einzufangen“ So nimmt Pfarrerin Alexandra Beiße das Thema in ihre Predigt auf. Geflügelte Worte, denn oft sind es ja gerade die Kleinigkeiten durch die unser ganz persönlicher Frieden aus den Fugen gerät. Ein Streit über den Gartenzaun, der unverschämte Autofahrer, der uns den letzten Parkplatz nimmt… Sicher fallen Ihnen noch einige Beispiele ein, bei denen für Sie Ruhe und Frieden erst einmal vorüber waren. Und doch, wenn wir uns besinnen und unsere innere Ruhe zurückgewinnen, können wir uns versöhnen, wir können Schwächen und Fehler verzeihen und verstehen. So beginnt Frieden.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein Frühstück am geschmückten Tisch im Gemeindehaus.

„Suche Frieden und jage ihm nach“ nicht nur in der Jahreslosung 2019

Birgit Wachsmann