Konzeption

Konzeption Familienzentrum

Vorwort
Die Familie ist der Ort für Kinder, in dem sie leben, aufwachsen und sich entwickeln sollen. In der Familie wird der Grundstein für ein selbst bestimmtes Leben, für Mitgestaltungsmöglichkeiten und gesellschaftlicher Teilhabe gelegt.
Aber die Umwelt verändert sich. Sie wird zunehmend unübersichtlicher, komplexer und schwieriger. Beruflich bedingte, gestiegene Flexibilitätsansprüche beeinträchtigen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu kommt, dass Eltern in Erziehungsfragen oft verunsichert sind.
Kindergärten haben im einem Umfeld mit dörflichem Charakter eine Schlüsselfunktion. Oft ist die Institution Kindergarten eine erste Anlaufstelle für Eltern.
Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, sehen wir in der Erweiterung unseres Kindergartens zum Familienzentrum eine optimale Lösung.

Standort
Die Gemeinde Harsum liegt nahe der Stadt Hildesheim an der Autobahn A7 in der Hildesheimer Börde.
Die Gemeinde Harsum hat 9 Ortschaften. Die Kinder unseres Kindergartens kommen vorwiegend aus Harsum, Asel und Kl. Förste. Harsum hat ca. 12.000 Einwohner. In der unmittelbaren Umgebung des Kindergartens, der Kirche und des Gemeindehauses finden sich Mehr- und Einfamilienhäuser.

Soziales Umfeld
Familien mit Migrationshintergrund sind in unserem Kindergarten eher die Ausnahme. Die Kinder kommen aus der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht. Die meisten Familien bringen ein gutes Bildungsniveau mit. Arbeitslosigkeit oder Hartz IV Problematik treten bei uns so gut wie gar nicht auf.

Grundlagen unserer Arbeit: Unser evangelisches Profil
Das Leitmotiv unseres pädagogischen Handelns ist ein christliches Menschenbild. Die Kinder spüren, dass ihre Fragen ernst genommen werden und ihre Gefühle geachtete werden. So erfahren sie, dass sie angenommen werden wie sie sind. In Geschichten von Jesus hören sie von der bedingungslosen Annahme des Menschen von Gott.
Unser Kindergarten nimmt aktiv am Leben der Kirchengemeinde teil. Die Kinder erleben die Feste im Jahreskreis, wie z.B. Erntedank, St. Martin, die Adventszeit u.s.w. Aber auch in alltäglichen Situationen werden Bezüge zu Gott hergestellt durch Gespräche, Gebete, religiöse Lieder, biblische Geschichten und christliches Handeln. Zudem findet einmal im Monat eine Andacht mit unserem Pastor in der Kirche statt. Dadurch werden die Kinder an die Rituale der Kirche herangeführt. Damit leistet der Kindergarten einen wichtigen Beitrag der Glaubensweitergabe.
Darüber hinaus sehen wir auch die Wertevermittlung wie Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und Zuverlässigkeit als wichtige Aufgabe unserer Arbeit mit den Kindern und Familien unabhängig von Herkunft oder Glauben.
Die Kirchengemeinde hat eine äußerst aktive und gut funktionierende Jugendarbeit, die durchaus gute Möglichkeiten zur Verknüpfung mit anderen in einem Familienzentrum bieten würde.

Wir benötigen ein Unterstützungssystem, das Familien in ihrer Gesamtheit anerkennt und ihnen individuell auf ihre Bedarfe abgestimmte Angebote bietet, Austausch und Begegnung ermöglicht, Beratung und Unterstützung unter einem Dach bereit hält und so Familien- und Elternarbeit und Bildung von Anfang an fördert.
In der Umsetzung eines Familienzentrums sehen wir eine gute Ergänzung zu unserem Profil in der Arbeit mit den Kindern und künftig in Bezug auf die ganze Familie.

Ziele
Ein Familienzentrum bietet eine Reihe von Angeboten zur Bildung, Betreuung und Förderung von Familien in verschiedenen Lebensphasen.
Folgendes sind unsere Ziele:
- Verbesserung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Kinder sollen eine optimale Förderung erhalten
- Stärkung der Erziehungs-, Beziehungs- und Bildungskompetenz von Eltern
- Einbindung von bürgerschaftlichen Engagement
- Schaffung von differenzierter Unterstützung in einer vernetzten Hilfsstruktur
Für die Familien in unserem Einzugsgebiet wären Angebote, die zur Unterstützung von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen sehr gut denkbar.

Zielgruppen
Die Angebote eines Familienzentrums richten sich an Eltern und Kinder, sowie Großeltern. Es sollen sich auch Familien angesprochen und eingeladen fühlen, die ihre Kinder nicht in unserem Kindergarten betreuen lassen. Alle Familien in Harsum sind wichtig.
Für viele Menschen kann die Nähe zu einer kirchlichen Einrichtung neue Denkanstöße bieten und einen neuen Lebenssinn erfahrbar machen.


Organisationsformen:
Unser geplantes Familienzentrum soll unter einem Dach verschiedene Dienste und Angebote sammeln, die eigenständige Bereiche bilden
Die Trägerschaft liegt in der St. Andreas Kirchengemeinde, Harsum.
Der Kindergarten ist erste Anlaufstelle für Familien aus Harsum und kann den ersten Kontakt zum Familienzentrum und seinen Angeboten herstellen.
Zur Unterstützung müssen Koordinatorenstunden finanziert werden.
Aufgabe der/des Koordinatoren ist es, den Kontakt und den Informationsfluss zwischen Kooperationspartnern, dem Kindergarten und der Kirchengemeinde zu gewährleisten.
Der Koordinator begleitet und unterstützt vorhandene Angebote, entwickelt und initiiert neue Angebote, pflegt den Kontakt zu Kooperationspartnern, dem Kindergarten und betreibt Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Wir würden gerne Koordinatorenstunden auf die Kindergartenleitung und deren Stellvertreterin übertragen, da diese bereits seit vielen Jahren im Ort bekannt und vernetzt sind. Das hätte den Vorteil, dass Kontakte nicht erst mühsam aufgebaut werden müssen, sondern schon vielseitig vorhanden sind.
Die Kirchengemeinde ist der Träger des Familienzentrums und übernimmt die Begleitung und Unterstützung des Familienzentrums. Sie stellt Räumlichkeiten im Gemeindehaus zur Verfügung.

Kooperation:
Das komplexe System Familienzentrum fordert komplexe Dienstleistungen für die unterschiedlichen Bedarfe der Familien und des Gesamtsystems, für unterschiedliche Lebensphasen und unterschiedliche Belastungen. Ein Kindergarten kann auf Grund seiner Struktur den Weg zum Familienzentrum nicht alleine gehen. Ein vielfältiges Programm kann nur gemeinsam mit vielfältigen Partnern gestaltet und umgesetzt werden. Eine Kooperation besteht bereits mit:
- Altenheim „Cäcilienhof“
- Evangelische Familienbildungsstätte
- Jugendamt
- Grundschule Harsum
- Logopäden
- Musikschule

Weitere Möglichkeiten wären:
- Sportverein
- Reitverein
- Wohnheim für behinderte Menschen
- Ergotherapeuten


Mögliche Angebote:
- Offenes Elterncafe
- Krabbelgruppe
- Betreuung bei Schulausfall
- Elternbildung
- Vorträge zu versch. Themen
- Musikalische Früherziehung
- Babysitter- Vermittlung
- Tagesmüttervermittlung
- Mutter/Kind-Gruppen
- Elternfrühstück
- Kochkurse
- Kinoabende
- Konzerte
- Musikschule
- Treffen mit dem Behindertenwohnheim
- Zusammenarbeit mit dem Cäcilienhof
- Yoga
- Hausaufgabenhilfe
- Ferienbetreuung
- Notdienste
- Zusammenarbeit mit Tagesmüttern
- Reiten für Eltern und Kinder
- Bibelnachmittage für Kinder (mit Jugendlichen)
- Vater/Kind Aktionen
- Wochenendausflüge
- Zusammenarbeit mit dem Tierheim
- Kurse zum Thema Tod und Sterben
- Beratung vom Jugendamt im Kindergarten
- Beratung bei Scheidungen
- Bastelwerkstatt
- Kindergeburtstage in unseren Räumen
- Babysitterführerschein

Die angeführten Angebote sind als mögliche Bausteine zu sehen, mit denen wir uns ein „Startpaket“ vorstellen können. Die tatsächliche Angebotsstruktur wird von den Wünschen und Bedürfnissen der Familien, einer Analyse und den Kooperationspartnern abhängen. Nicht zuletzt auch von der finanziellen Unterstützung.

 


Was wird für die Umsetzung benötigt?
-Aufklärung und Beratung für das Kindergartenteam
-Bedarfsanalyse
-Finanzierung klären
-Organisation
-Logo und Flyerentwicklung

Für die Finanzierung muss ganz klar gesagt werden, dass weder der Kindergarten noch die Kirchengemeinde sich finanziell einbringen können.
Hier braucht es starke Partner, wie z.B. die Gemeinde Harsum, die sich langfristig an der Finanzierung beteiligen wollen. Da die Gemeinde Harsum aber grundsätzlich familienfreundlich ausgerichtet ist, zeigt sie durchaus Interesse an einem Familienzentrum in Harsum.
 

 

Koordinatorin des Familienzentrums

Evelyn Marx-Lampe

Tel.: 05127 4658
Fax: 05127 808

Osterfeldstr. 6
31177 Harsum